Sonntag, 25. November 2007

Schaulust


klingt doch viel besser als Gaffen, oder?

Apropos Gaffen. Bald ist es ja wieder soweit. Die Engel schweben über den Laufsteg. Werbung gibts aber jetzt schon. Auch wenn es mich dezent an Russ Meyer erinnerte.

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich über diese Werbung herzlich lachen oder lediglich wild den Kopf schütteln soll.

Wobei es mich zu einem ernsten Thema bringt. Brustkrebs. Seit ich in Großbritannien wohne, hoffe ich noch mehr davon verschont zu bleiben. Jede 8. bis 10. Frau erlebt das Trauma irgendwann einen Knoten in ihrer Brust zu fühlen. Leider gibt es in England keine generelle Brustkrebsvorsorge wie das regelmäßige Abtasten der Brust durch einen Frauenarzt. Hier sind es die Frauen selbst, die den Knoten entdecken müssen. Wenn man Pech hat und der Hausarzt einem nicht glaubt, wird man nicht zu einem Spezialisten überwiesen. Und es wertvolle Zeit geht verloren.
Letztes Jahr sah ich eine Guppe älterer Damen mitten in der Stadt protestieren. Als Betroffene müssen sie selbst um Mammographie betteln und kämpfen. Oftmals mit frustrierenden Erfolgen.

Wer das Pech hat auf das öffentliche Gesundheitssystem angewiesen zu sein, hat wirklich die Arschkarte gezogen.

Passt auf Euch auf!

Samstag, 24. November 2007

Liebeserklärung I

Ich liebe meinen Mann. Wirklich.

Bis auf die Tage, an denen er meint, dass 15 Grad im Badezimmer ausreichend sind.

Da fange ich an zu zweifeln. So ein bisschen zumindest.

Donnerstag, 22. November 2007

Vor dem Erfolg

haben die Götter den Schweiß gesetzt. Oder so.
Manchmal auch Blut, Frust und Tränen. Wusste ja schon die (fast) gleichnamige Band.

In meinem Fall lässt es sich mit drei Worten beschreiben:


Schere







Stoff


Schnittmuster

- davon gibt es kein Bild. Wäre zu peinlich.


Jedes Mal frage ich mich, warum ich mir das eigentlich antue. Genau so wie ich die Worte: Schatz, lass uns Radfahren gehen, damals schwer bereut habe. Radfahren in England macht meistens keinen Spaß. Nachdem das dritte Auto an mir mit weniger als zehn Zentimetern vorbeirauschte, entwickelte ich NY-Radkurier-Manie. Mein einziges Ziel war nur noch: lebend daheim ankommen. Schnell. Raus aus der Gefahrenzone.

Jetzt haben wir einen Rollentrainer daheim stehen. Dass ich nicht mehr in den bösen Straßenverkehr muss. Ab und an frage ich mich, warum ich mir das antue ;)

Mittwoch, 21. November 2007

Lecker!


Na. Wer sagts denn.

Premiere.

Nein. Nicht nur hier. Auch in der heimischen Küche.
Wir leben hier in England.
Und hier ist einiges anders als in Deutschland.
Man fährt auf der falschen Seite, Kinder müssen bis sie elf Jahr alt sind in die Schule gebracht und abgeholt werden, die Menschen sind höflicher und böse Zungen behaupten ja, dass die englische Küche gar grauselig wäre, aber das ist tatsächlich ein Vorurteil.

Was jedoch kein Vorurteil ist: die hohe Kunst des Brotbackens erstreckt sich bei den Engländern auf Weißbrot. Vollkornbrot ist lediglich gefärbt und hat ein volles Korn mal von der Fern gesehen. Und es kam der Tag, an dem ich mich der Brotkultur diesen Landes verweigerte.

Dies war der Tag, an dem ich das Brotbacken anfing.
Seither herrscht ein regern Handel an gutem Mehl und - noch wichtiger - Sauerteig mit Deutschland. Jeder Besucher wird gebeten im Gepäck doch bitte ein paar Stückchen frische Hefe einzuführen und wenn es nicht zu viel Aufwand macht, auch ein Brot vom Bäcker. Ich schwöre, mit Laugenbrötchen wird jeder Fremde der beste Freund meines Kindes.

Mit dem Handel ist jetzt Schluss.
Vor ein paar Tagen setze ich einen Sauerteig an.
Und heute ist es soweit. Ich backe damit das erste Brot.

Premiere!

So!

Genug gedacht.

Jetzt wird gearbeitet.