Freitag, 8. Juli 2016

Er. Sie. Es. und Gespräche am Essenstisch

Wir sitzen also gemütlich auf der Terasse und essen. 
Der dear husbandbund ich unterhalten uns über feministische (Zeitungs)Artikel, die Veränderung des Strafgesetzes bei Vergewaltigung, halt typische Themen für den Esstisch. 
Irgendwann kuckt die Liebreizende von ihm zu mir und sagt:"Ihr wisst schon, dass Ihr manchmal echt verstörende Themen habt?!"
Dann zuckte sie mit den Schultern und biss am (natürlich selbstgemachtes) Burger ab. 

Solange wir uns noch unterhalten, ist doch alles in Butter??


Donnerstag, 7. Juli 2016

Bitte 100 Mal schreiben, Frau Ex!


Merke: Niemals, NIEMALS den Grund für Streitigkeiten unter Freundinnen der Mutter* der Freundin sagen. Sie redet 100% mit ihrer Tochter und dann ist diese stinkig auf meine. 

Nö, da bin ich raus. 





* Eine ganz liebe Frau, ich bin am Freitag bei ihnen versackt und sie fragte mich zwischendurch mal, wieso die Mädels die letzten Wochen so wenig Kontakt gehabt hätten. Ihre Tochter würde ja immer nur mit den Schultern zucken. Ich wollte mich rausreden, aber sagte dann einen kleinen Satz dazu. Böser Fehler. Macht man nicht. 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Nachtisch für Faule

"Wir haben jetzt Streusel für die nächsten Tage", informiere ich den dear husband.

Er grinst. 

"Also, wenn ich das Glas verstecke."

Das Grinsen verschwindet. 


150 Gramm Butter, 200 Gramm Zucker und 300 Gramm Mehl zu Streuseln verarbeiten und backen. 

In einem Glas Quark/Joghurt mit Obst schichten. 

Die frischen Streusel kurz vor dem Servieren auf die Masse streuen. 


Genießen. 

Montag, 4. Juli 2016

Serious?!

Nigel Farage, der UKIP Chef, tritt zurück.

Ich weiss nicht, ob ich weinen, lachen oder klatschen soll.

Das hat was von:
Ein Haus grundsanieren wollen, aber nachdem man ein bisschen mit dem Vorschlaghammer durch die Räume gegangen ist, ihn hin zu legen und zu sagen:
Och nö, hab keine Lust mehr. Das ist ja anstrengend.

Donnerstag, 30. Juni 2016

Dumm gelaufen oder Kanzashi!!!

Meine aller-aller-liebste Bluse hat einen Fleck, den selbst meine Mutter - die Fleckenqueen vor dem Herren - nicht raus bekam. 

Mein Vater schlug "Rausschneiden" vor. 
Ich so: Jaha, genau!

Alternative: Brosche aus Stoffmanipulation aka tsumami Kanzashi.

Acht 2 x 2 Inches grosse Stoffstücke, die nach Anleitung (Youtube/Internet/Bücher) gefaltet und gebügelt werden. Danach werden sie zusammengenäht.

Passt. Der Fleck ist weg nicht mehr sichtbar.





Mittwoch, 29. Juni 2016

I'm sad.

Wir lebten über fünf Jahre in England.
Es war nicht immer leicht und es gab manchmal Probleme, mit denen ich nie gerechnet hatte. Die Reserviertheit der Briten, gnadenlose Politessen, das Schulsystem, die Kriminalität.
Bei uns wurde das Auto demoliert als wir noch ein deutsches Nummernschild hatten, es wurde ins Auto eingebrochen, diverse Aussenspiegel zerstört, es wurde versucht einzubrechen eines Nachts. Die Tankstelle 200 Meter weiter wurde mehrfach überfallen, vor einem Pub in der Strasse ein Mensch umgebracht. Im ersten Wohnbezirk in dem wir lebten, gab es kriminelle Kinderbanden.
Mit all dem konnten wir umgehen.

Eine Freundin mit starkem deutschen Akzent, wurde öfter mal Opfer von rassistischen Sprüchen, aber wir mussten da nie mit kämpfen.

Eine liebe Freundin, die mit ihren Kindern in England lebt, postete gestern einen Ausschnitt aus einer Radioshow. 
Und ich habe das erste Mal gedacht: Gut, dass wir dort nicht mehr leben. 


Ich hoffe die Briten - ein klassisches Einwanderungsland - bekommen den Scheiss wieder in den Griff.


Dienstag, 28. Juni 2016

Sie. Es. Und Photoshop

Die Liebreizende brachte die Schulphotos mit nach Hause.
Eine Mappe mit dem selben Motiv (also sie) mit verschiedenen Filtern ausgedruckt.

Wir schauen es uns an.
"Naja, schlecht ist das Bild nicht."
"Aber Mama, also so Filter drüber legen, das kannst Du genau so gut."
"Ja."
"Und ausserdem. Weisst Du was mich total ärgert? Die haben mit Photoshop meine Sommersprossen weggemacht. Hallo? Und bei XYZ haben sie alle Muttermale weggemacht. Die gehören zu ihr. So wie die Sommersprossen zu mir."
"Da hast Du recht."
"Und, Mama, ich habe es gar nicht NÖTIG, dass man meine Bilder mit Photoshop bearbeitet!"


Und in dem Moment lehnte ich mich zurück und schaute glücklich mein Kind an.
Läuft.

Montag, 27. Juni 2016

Übers Wasser gehen. Oder Besuch bei den Floating Piers

Freitag Nachmittag packten wir die Liebreizende ins Auto und sagten ihr, wir würden Picknicken fahren.

Nun ja. Wir sagten ja nicht wo.

Direkt als der Termin für die Floating Piers von Christo bekannt wurde, buchten wir Flüge, Mietwagen und Unterkunft. 

Wir sind bekennende Christo Fans, die auch schon in NY sich die Gates anschauten und ein original signiertes Poster der Surrounded Islands in Florida an der Wand hängen haben.

Also fuhren wir am Samstag um 5:15 Uhr los. 
Um sechs Uhr standen wir im ersten Stau zum Parkplatz.
Die Schlange zum Bus vom Parkplatz zum Haupteingang der Floating Piers war inklusive Bezahlschlange an die zwei Kilometer lang. 
Wir beschlossen die 6,5 km zu laufen. 
Zwischendurch packten wir das Kind zu wildfremden in ein Taxi. Es ging sehr sehr schnell. Und so fuhr sie ohne Schuhe (nein, fragen Sie nicht), ohne Geld und ohne Wasser los. Danke noch mal an die drei Deutschen, die sie einluden! Ich hatte wirklich gehofft Sie dort wieder zu sehen und Ihnen das Taxigeld zu geben!
Die 6,5 Km entpuppten sich als kleine Bergwanderung mit 340 Höhenmetern. 
Ich bekam Blasen. 
Ankommen. Kind suchen.
Warten. In der Sonne. 
Warten. Im Schatten. 
10:30 Uhr waren wir dann auf den Floating Piers. 

Ja, es war ein Erlebnis. Auch wenn es unglaublich heiss war und die Organisation echt schlecht. 
Die Guides waren sichtlich gestresst und unhöflicher als beispielsweise in NY. 
Mit so einem Andrang hatte keiner gerechnet. 

Auch der Rückweg war schlechter organisiert. Die Wartezeiten für die Busse und den Zug waren lang und am Taxistand herrschte eine kleine Meuterei irgendwann. 
Die Liebreizende drängte sich irgendwann auch dazwischen und "organisierte" für sie und mich eine Fahrt während der dear Husband zum Parkplatz joggte. 

Als wir zurück in Bergamo in unserem Quartier waren, lagen wir erst mal eine Stunde bewegungslos auf dem Bett. 
Die Eindrücke sortieren, die Hitze verdauen, die 17 Kilometer, die ich gelaufen bin an dem Tag ...

Und dann gingen wir um die Ecke was essen. 
Kann ich nur schwer empfehlen. Tijuana. Sehr freundlicher Kellner, leckeres Essen. 

Und das Kind ist immer noch geflashed vom Picknick ;)








Donnerstag, 23. Juni 2016

Pls ... with cheese?

Der heutige Tag ist für mich wirklich etwas besonderes. 
Ich fiebere dem Ergebnis des Referendums entgegen. 

Wir lebten über fünf Jahre in England. Wir schlugen uns mit der englischen Bürokratie rum und mit dem englischen Alltag. Der zugegebenermaßen manchmal etwas skurril war. 

Der Gedanke, dass GB aus der EU austritt, ist für mich völlig abstrus. Die Folgen für Immigranten noch nicht abzusehen. Mein erster Gedanke war, als das Referendum aufkam: Gott sei Dank wohnen wir nicht mehr dort! 
Es wird schwerer für nicht-Briten. 

Aber ich bin der Meinung, dass sich GB selbst ans Bein pinkelt, wenn sie austreten. 
Das Land, das in meinem Herzen einen sehr sehr besonderen Stellenwert hat.

Tut Euch das nicht an. Bitte. 

Mittwoch, 22. Juni 2016

Physiotherapeut Teil 2

Ich liege also wieder auf der Couch ähm Liege. Er drückt an wohl Schlüsselstellen meines Rückens herum und ich gähne.
"Oh, sind Sie am einschlafen?"
"Könnte ich jetzt, die Nacht war kurz, röchelndes Kind."
"Schlafen Sie ruhig ein. Aber ich sage Ihnen gleich eins: wer pups, muss eine Kiste Bier spendieren!"

Ich war ernsthaft versucht das zu testen, nur um sein Gesicht zu sehen.