Sonntag, 26. Oktober 2008

Sendepause.


Heute noch einen grauen Flanell-Rock genäht.

Für die Reise.

Will ja mal schick sein.

Im Gepäck eine halbfertige Hose.

Kein Problem, dank neuer Nähmaschine meiner Mama.

Und ich komme wieder mit neuen Sachen, vielen Stoffen und ganz vielen Ideen.

In einer Woche.

Habt Euch wohl!

Samstag, 25. Oktober 2008

23

Die Antwort auf alle Fragen ist ja wie schon länger bekannt: 23.


Vor ein paar Tagen war ich in der Stadt.
Unter der einen Hand Tochters Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk, in der anderen Hand eine kleine Skulptur schlenderte ich durch einen meiner Lieblingsläden, als ich eine Frau von Ende 40 auf Deutsch zu ihrem Mann sagen höre:
"Kannst Du mir das mal bitte vorlesen, ich habe meine Brille vergessen!"

Der Mann kramte umständlich seine Brille raus.
Ich kanns kaum mit ansehen und frage höflich:
"Wenn Sie möchten, kann ich es Ihnen gerne vorlesen."

"Nö, das ist schon ok, der soll das lernen."
Sie stockt.
"Sie sprechen ja DEUTSCH!"

Ich antworte weiterhin höflich: "Ja."

"Sie sprechen wirklich GUT Deutsch!"

Mit einem Mona-Lisa-ähnlichen Lächeln sage ich freundlich: "Dankeschön."

"Komm, jetzt geh der jungen hübschen Dame mal aus dem Weg!" schnauzt sie ihren Mann liebevoll an.

Ich schmunzel und kann es mir nicht verkneifen:
"Na das hübsch lass ich heute mal durchgehen, aber das jung?"

Sie schüttelt wild ihren Kopf: "Sie sind doch jung! Sie könnten doch meine Tochter sein."

"Na, ich glaube, da schätzen Sie mich aber ein bisschen zu jung ein."

"Sie sind doch höchstens 23!"

Ein wölfisches Grinsen breitet sich in meinem Gesicht aus als ich antworte:

"Ich gehe auf die 40 zu. Aber ich danke Ihnen für das Kompliment."

Sie schaut mich fassungslos an.



23. Die Antwort auf alle Fragen. Muss ich mir merken ;)

Freitag, 24. Oktober 2008

Freizeitbeschäftigung. Jipiaiehhhh!

Die Frau links von mir ist 75 Jahre. Die rechts von mir schätze ich auf 85. Mit einem Blick um uns herum wird klar: ich kann den Altersdurchschnitt nicht wesentlich senken.

Ich befinde mich in einem fleischgewordenen Anfang-50er Jahre Film.

Eine Reihe vor mir dreht sich A. um und winkt mir zu.
Wir sind im Theater. In der Mittagsvorstellung. Die Kinder sind in der Schule und danach im After School Club. Also gut versorgt.
Und ich gebe zu: es ist nicht clever in ein Theaterstück zu gehen, ohne genau zu wissen was einen erwartet. Ich habe es dennoch getan.
Auf dem Programm steht "Seven brides for seven brothers."

Nun ist das, ehrlichgesagt, mein erstes Mal Theater in England.
Und auch in Deutschland war ich, nach einem traumatischen Erlebnis, lange nicht mehr gewesen.
Wir lebten in Hamburg und gingen mit einem Freund ins Theater. Eine Hommage an Jeff Coons stand auf dem Spielplan. Und während meine beiden Mit-Theater-Besucher das Stück wahnsinnig toll fanden, fand ich es nur absurd, handlungslos und überflüssig. Ich weiß jedenfalls bis heute noch nicht, was onanierende, lebensgroße Pink Panther, die Ersatzflüssigkeiten verstreuen so künstlerisch wahnsinnig wertvoll machen.

Seither traute ich mich nicht mehr mit meinem Mann ins Theater.

Als das Orchester die ersten Töne von sich gab, dachte ich nur noch: ach-Du-schande.
Jipiaiehhhh.

Die Tänzer wirbelten über die Bühne, es wurde fröhlich gesungen und die Damen und Herren um mich herum klatschten glücklich mit.


Zwei Ausschnitte aus dem Film:





Nein, all zu viel anders war die Musicalaufführung auch nicht.

Leicht geschockt die Dame links, lüstern die Dame rechts - als die sechs Brüder ihre Unterwäsche hergeben mussten und nur mit einem knappen Handtuch bekleidet tanzten. Und ja, das war ein schöner Anblick. Durchtrainierte, fast nackte Tänzer. Wer achtet da schon noch auf Gesichter? Dame recht schaute seufzend auf die Leih-Operngläser vor jedem Platz und dann auf ihren Mann.

Um 16:25 Uhr war der Ausflug in die Vergangenheit vorbei.

Und ich muss gestehen (auch wenn es gar nicht cool ist): ich amüsierte mich köstlich.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Warm. Essen.

Obgleich es heute neun Grad Celsium hat und die Sonne scheint, friere ich erbärmlich.

Mein neues missratenes Stück wärmt mich zwar auch schon ganz schön, aber das Mittagessen muss alles wärmen. Seele und Körper.

Und: sorry, P. Es wird schon wieder ein Rezepteeintrag!

Typisch englisches Rezept:


Apple Crumble



Klassisch werden geschälte Äpfel klein geschnitten und mit einer Streuselmischung bedeckt und dann gebacken.

450 Gramm Äpfel, bestreut mit etwas Zucker und etwas Zimt, wer will.

200 Gramm Butter,
175 Gramm Zucker und
300 Gramm Mehl vermischen und als Streusel über die Äpfel geben.

Ofen ungefähr 45 Minuten bei 180 Grad Hitze.

Varianten gibt es viele.
Beispielsweise noch Rosinen reingeben.
Oder etwas Calvados über die Äpfel träufeln.
Oder mit einem halben Glas Weisswein und einer Prise gemahlenen Nelke andünsten vor dem Ofen.

Dazu gibt es Creme Fraiche (mit Calvados) oder Vanilleeis.

Oder eine homemade Custard.

Dazu:

Eine Vanillestange auskratzen und mit der Stange in
290 Milliliter Milch geben. Aufkochen lassen und die Vanillestange rausfischen.
Zwei Eigelb mit einem Esslöffel Zucker (oder je nach Gusto mehr oder weniger) gut vermischen.
Die heisse Milch über die Eigelb-Zucker-Mischung geben und dabei gut rühren.
In den Topf zurückgießen und für ein paar Minuten, bis es leicht angedickt ist, erhitzen.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Nähprojekte, die man lieber nicht angefangen hätte

(weil sie einen in den Wahnsinn treiben)

Teil 1.

Pellworm.

Nicht die "Klein" Variante.

- Ovi funktioniert seitdem nicht mehr richtig.
- Vorderseite falsch zusammengenäht (noch mit der Overlock, heisser Tipp)
- dann halt mit der Nähmaschine
- Verfluchter *zensiert* wie nähe ich die Ärmel an?!
- warum ist der eine Ärmel verdreht?!
- und warum habe ich so viel Stoff (und so wenig Nähplatz?)
- warum nähe ich das eigentlich?!

UND WARUM PASST DAS NICHT?!

Schultern zu breit. (na ja, da kann ich jetzt auch nichts mehr machen!)
zwei Zentimeter am Rücken zu klein. (na ja, das geht gerade so noch!)
zehn Zentimter im Vorderteil zu klein. (links und rechts halt noch einen Lappen dran genäht, den Kragen verlängert - sieht sehr kreativ und alternativ aus)

"Ich dachte, Du nähst Dir so was wie Tochter hat?!", meinte mein Mann leicht enttäuscht.

Dachte ich auch, mein Schatz, aber ab und an muss man kreativ sein um das Teil überhaupt tragen zu können.

Wenn ich viel viel Lust habe, stelle ich mal ein Bild davon ein.


Gelernt: auch in der richtigen Größe ausschneiden und ausmessen, muss nicht heissen, dass es passt.

Ich will Schnittkonstruktion lernen. Bringt doch alles nix.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Ich warte übrigens ...

auf den ersten, der bei dem Posting mir sagt:

"[....] aber Ex ... MUSST Du unbedingt BIRKENSTOCKS tragen?!"


traut sich keiner, was? ;)

PS: mir fiel es erst auf als die Bilder schon online waren ;)

Berufswunsch. Der erste.

Ich dachte ja die ganze Zeit, mein Kind sei ein bisschen anders.
Wir blätterten beispielsweise gemeinsam den Spielzeugkatalog eines Spieleladens durch und da kam kein einziges Mal: Mama, DAS will ich aber haben!

Nein. Allerhöchstens ein, zwei Mal: Oh, schau mal Mama, das habe ich auch!

Und so war es auch mit dem Berufswünschen.

Wir fuhren von der Schule nach Hause, als sich folgendes Unterhaltung ergab:

"Wenn ich groß bin, habe ich auch einen Beruf, Mama."

"Welchen denn?"

"Ich werde Profi-Skateboarderin."

Ich stutze.

"Skateboarderin!?"

"Jap!"

"Dann musst Du aber auch mal Skateboard lernen."

"Das stimmt, Mama. Also brauche ich ein Skateboard."

"hmmmm"

"Ein pinkfarbenes. Es muss unbedingt pinkfarben sein."


Damit war die Unterhaltung beendet.
Und Mutter sucht seither ein pinkfarbenes Kinderskateboard.

Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegen genommen!




PS: Die Bilder in den letzten Freds von mir sind freundlich aufgenommen und zeigen die Ausmaße meiner Körperfülle nicht annährend ;) Aber danke für die Komplimente!

Montag, 20. Oktober 2008

Jump for joy

oder so ;)



Denn ich habe sie fertig.

Meine erste Hose.

Angefangen im Hosenkurs, beendet daheim.

Und viel gelernt.
Beispielsweise, dass meine Beine toll lang wären - wäre ich so 150 groß und würde Kleidergröße 32 tragen. Oder, dass mein "Schritt" ein bisschen komplizierter ist. Wie das schon klingt. Oder, dass meine Oberschenkel vom Durchschnitt abweichen - als wenn ich das noch nicht gewusst hätte. Bund muss immer viergeteilt werden, bei zweigeteilten steht der Bund ab. Denn, hey, ich habe tatsächlich eine TAILLE!
Beruhigend war jedoch, dass alle Frauen Maße zwischen Kleidergröße 32 und 62 hatten, völlig unabhängig von ihrer normalen Kleidergröße.

Und.
Niemals sollte ich so dünnen Jeans-Stretch-Stoff wieder für eine Hose verwenden. Fällt doof (denn eigentlich ist der Schnitt absolut passend!) und zudem: da bleibt nix verborgen.







PS: Crisl, wie Du siehst, bin ich keine Fee ;)

Sonntag, 19. Oktober 2008

Es ist Samstag. Und das heißt auch: Hen and Stag Nights.

Man könnte es auch kurz und knackig mit "Jungesellenabschied" bezeichnen. Aber irgendwie ist das bei weitem nicht ausreichend für das, was da abgeht.

In der Regel fangen die Parties bereits Tage vorher an.

Der Braut und/oder der Bräutigam wird in lächerliche Kleidung gepackt und von einer Horde grölender Freunde (die ich persönlich nicht mehr Freunde nennen würde, aber ich bin auch nicht die Zielgruppe dieser Parties) durch die Stadt gejagt. Im Laufe des Tages oder besser der Nacht fließt der Alkohol in Strömen und es würde mich nicht wundern, wenn es noch ausgenutzt werden würde, dass man ja noch kein Treueversprechen geleistet hat.

Hens tragen gerne rosa Puschel-Haarreifen und mieten mit Vorliebe Stretchlimos. Hier fährt auch ein umgebauter Hummer durch die Gegend. Oder ein Feuerwehrauto. Generell geht es jedenfalls für Fremd-schämer wie mich ausgesprochen peinlich zu.

Wir stellten gerade die Fahrräder ab, als mir diese liebliche Gruppe Männer auffiel.


Mein Mann meinte: och, wäre ich hier aufgewachsen, würde ich wohl auch das ein oder andere Mal mit "den Jungs" so was machen - müssen.
Ich kuckte ihn an und musste mir ein Grinsen verkneifen.
"Ok. Gut. Du hast Recht. Würde ich nicht!"

Nach einem kurzen Ausflug auf den Fine Food Market auf dem Marktplatz


ging es weiter zu einem kleinen Restaurant, das mir eine Freundin empfohlen hatte.


Das French Living ist ein französischer kleiner Shop mit Cafe im Erdgeschoss und Restaurant im Keller. Die Atmosphäre ist wirklich kontinental, die Kellner Franzosen.
Und ganz sicher: es traut sich kein gemeiner Hooligan-Engländer in das Restaurant.

Zwei Mal Plat du jour und ein Mal einen gefüllten Crepe für die Mademoiselle.
Dazu Wein. Wasser. Kaffee.
Ich war besoffen.
So lecker.



Reste des Desserts. Tarte au pomme.



Und jetzt wird sich sicher kein Vampir an mich ran trauen. Denn ich glaube auf meiner Lammleber waren mindestens zehn Knoblauchzehen!

Samstag, 18. Oktober 2008

Liebe Zeit ...

Es ist zwar schön, dass ihr einen so schmissigen Artikel wie "Wenn das mal klappt" schreibt.


Ich bin auch angemessen Stolz, dass mein Mann an einem derartigen Ereignis teilnahm und einen weitaus besseren Platz als der Autor errang. Wirklich.

Aber ich möchte Anmerken:
- Das Brompton ist kein Klapprad, sondern ein Faltrad.
- Man sitzt nicht wie Äffchen auf Schleifstein.
- Es scheint, als habe der Autor das Prinzip eines Faltrades nicht verstanden ;)
- Der Autor lief an uns vorbei. Und ich muss sagen: er war von der Auszeichnung "Best dressed man" weit entfernt. Aber man kann ja noch träumen ;)