Sonntag, 27. September 2009

Er.Sie.Es. SCHNELL! SCHNELL!

In unserem Esszimmer fand das Kind heute Abend eine Schnecke. Eine Nacktschnecke um genau zu sein.

Völlig verblüfft rufen wir den Mann des Hauses in den Raum.

"Das ist tatsächlich eine Schnecke!", erklärte er.
"Bring das Ding raus!", meine ich (natürlich könnte ich es auch selbst machen, aber muss ja nicht)
"Ja, Papa, BRING es raus!" kreischte Kind entzückt.

"Schnell, hol mir mal ein Stück Papier!", befehlt ähm bittet der Mann.

"Schatz, das kannst Du selbst holen. .... die rennt Dir schon nicht weg!", antworte ich.


Die Schnecke war weniger als einen Zentimeter lang .... da sind die aber ja auch schon ratzfatz wie der Blitz aus dem Zimmer!

Donnerstag, 24. September 2009

Flügelhemdchen

Heute war ich im Krankenhaus. Zum Ultraschall meiner Leber.

Anders als in Deutschland, wo so eine Geschichte eher im Vorbeigehen geschieht, muss hier der Arzt den Patienten zum Ultraschall überweisen.
Glücklicherweise sind die Wartezeiten auf einen Termin - den man wie immer zugeschickt bekommt - nicht all zu lange. Nur 1 1/2 Wochen dieses Mal.

"Bringen Sie doch Ihren Bademantel mit, dann fühlen Sie sich sicher gleich besser!" sagte mir die Krankenschwester.

Also saß ich da. Im Wartezimmer der Ultraschallabteilung, welches dankenswerterweise in einem abgetrennten Bereich im Krankenhaus liegt. Meine erste Erfahrung mit Röntgen in dem selben Krankenhaus war traumatisch. Großer Saal, Durchgangskorridor und ich gezwungener weise nackt bis auf den Schlüpfer unterm Flügelhemdchen. Ohne Bademantel. Ein wirklich tolles Gefühl.

"Frau Ex, Sie können sich jetzt umziehen," sagte die Krankenschwester mit herbem Charme. "Brauchen Sie eine Tüte für Ihre Sachen?"
"Nein, danke!" und zeigte die wunderhübsche Stofftasche, die ich bei Maya gewonnen hatte :)
Anerkennender Blick der Krankenschwestern.

Im Flügelhemd, mit eigenem Bademantel wartete ich bis zum Schallen.
Die anderen ebenso. Ihre Sachen waren in einer blauen Mülltüte mit der Aufschrift "Patienteneigentum". Sehr schick.

Und mir dämmert es: in so einer Situation geht jeglicher Stolz verloren.

Ob die das extra machen, dass man nicht so oft kommt?

Mittwoch, 23. September 2009

Neues aus der Schwimmhalle I

Kennt Ihr menschliche Gegenstromanlagen?

Nein?

Das passiert, wenn 20 (wildgewordene ähm) enthusiastische (ältere) Damen beim Aquajogging, das Wasser so in Wallung bringen, dass man wirklich wie in einer Gegenstromanlage schwimmt.

Und die genau DANN jauchzend und voller Elan wieder in die andere Richtung pflügen, wenn man auch das Ende der Bahn erreicht hat.

Fiel mir nur so ein. Beim Gegenstromschwimmen.

Dienstag, 22. September 2009

Adoptionsgeschenk gesucht.

Meine Freundin A. adoptierte vor fast vier Jahren L, Tochters beste Freundin. Anders als in Deutschland dürfen hier auch Singles Kinder adoptieren, sofern sie gesund sind, finanziell keine Probleme haben, genug Platz und und und ... um den Kindern ein gutes Zuhause zu bieten.
Letzten Sommer kam heraus, dass L. auch noch einen kleinen Bruder hat, der zu der Zeit bei Pflegeeltern wohnte. A. wurde angeboten auch ihn zu adoptieren..
Bevor sie ihn kennenlernte, ging sie wieder durch das ganze Vorbereitung, medizinische, soziale, finanzielle Fragen. Erst als all das abgeschlossen war und sie sagte: ja, ich nehme ihn, lernte sie ihn kennen.
Zwei Wochen später bekam sie ihn, damals knapp 2 Jahre alt, nach Hause.

Jetzt ist es soweit. Er darf offiziell adoptiert werden.

Da ich die erste Person war, die er in seinem neuen Leben kennenlernen durfte und er sehr an mir hängt, möchte ich natürlich ein ganz besonderes Geschenk ihm machen.

Ein Kissen mit seinem Namen?

Oder hat hier jemand eine andere wunderbare Idee?

Montag, 21. September 2009

The duchess

Falls Ihr mal hier in der Gegend seid, ich kann Euch wärmstens das Chatworthhaus empfehlen.

Das Schloss und der Park sind einfach nur wunderschön. Man kann im Peak um das Schloss aber auch wandern - mit einem phantastischen Blick über die Landschaft.


Dort wurde auch der Film "The duchess", mit Keira Knighley, gedreht.
Das Leben Herzogin von Devonshire würde auch nach heutigen Maßstäben als eher unkonventionell gelten.















Wir hatten Glück. Im Garten fand eine Ausstellung von Skulpturen statt.
falls jemand Interesse hat, sie werden bei Sothebys danach versteigert.






u.a. der Engel des Nordens in Lebensgröße. Das Original ist 20 Meter hoch und 54 Meter breit!



Nicky de Saint Phalles Buddha






Die Kugeln sollte man NICHT aus dem Wasser nehme
und auch NICHT wieder rein schmeissen.
Und NEIN, das war NICHT das Kind und auch NICHT mein Mann.

Ich auch nicht.




In der Anlage gibt es ziemlich viele Sachen mit Wasser.
Hier fließt das Wasser verschieden gestaltete Stufen herunter und jede Stufe hat so einen anderen Klang beim Aufkommen des Wassers. Manche platschen regelrecht, andere sind subtil. Natürlich fliegen jeden Tag neugierige Kinder ins Wasser, weil sie ausrutschen.



Die metallene Wasserpflanze füllt sich mit Wasser und geht dann zu. Spannend zu sehen!








Ein Lehrlingsstück - Rolls Royce Motor - der in der Gegend früher hergestellt wurde.



Innen ...




Gleichzeitig fand noch eine Blumenausstellung statt.
Jeder Raum wurde passend zur Funktion und der Einrichtung wirklich wunderschön mit Sträußen und Gestecken, Girlanden und Bäumchen geschmückt.




Freitag, 18. September 2009

Freitags-Füller

1. Die letzte erfreuliche Postsendung war für Crisl .

2. In dieser Woche war ich dankbar für das letzte tröstliche Wochenende, dass ich in Deutschland mit meiner Familie verbringen durfte um gemeinsam zu trauern.

3. Sex ist das köstlichste, was es gibt.

4. Sturm inspiriert mich.

5. Ich bin momentan am glücklichsten, wenn ich lache .

6. Und alle Wege die wir gehen müsse, sollten wir stolz gehen.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf den Memsaab, morgen habe ich einen Besuch im Chatsworthhouse geplant und Sonntag möchte ich ein Sunday Roast !


Mitmachen? >KLICK<

Donnerstag, 17. September 2009

Wal mit pink.

Falls Ihr in der nächsten Zeit mal bei BBC was über Schwimmen lest oder schaut und dabei im Hintergrund so ein Wal mit pinkfarbener Badekappe durchs Wasser pflügt:
tja, das bin dann wahrscheinlich ich.

Hätte ich das gewusst, wäre ich heute morgen um 8 Uhr schwimmen gewesen.

Und: ich habe schon lange nicht mehr so viele Poser im Becken gesehen.

25 Meter WILD kraulen.
Und dann vier Minuten wieder zu Atem kommen müssen.


PHA!

Mittwoch, 16. September 2009

Schöner wohnen.

Eigentlich total bescheuert, dass ich jedes Mal, wenn Schwiegereltern uns besuchen (ok, das ist jetzt nicht SO häufig, maximal ein Mal im Jahr) in einen hysterischen Aktionismus verfalle und das Haus in ein Musterhaus verwandle.

Gibt es da ein Heilmittel gegen?









PS: Ich gehe jetzt zum Schweden, noch einen neuen Teppich kaufen. Der alte muss raus. Bevor sie kommen.

PPS: gibt es überhaupt da noch Hoffnung?

Dienstag, 15. September 2009

Zu Hülf!

Da meine Kreativität gerade außerhäusig weilt, bitte ich hier um Hilfe.

Tatort: Schuldisco

Tatzeit: 09. Oktober, 18:30 Uhr

Thema: witches and wizards

Auftrag: das Kind verwandeln. Möglichst unkompliziert und ohne, dass ich Tage mit der Herstellung beschäftigt bin.



Zu Hülf!

Donnerstag, 10. September 2009

Mittwoch, 9. September 2009

Und dann war da noch

... der Besuch bei der Ernährungsberaterin.

Sie fragt mich, ob ich mich bewege.

Ich antworte: "ja, ich schwimme fünf Mal die Woche eine halbe Stunde, jeweils so um einen Kilometer. "

Der Hauch eines süffisanten Lächelns umspielt in Nano-Sekunden ihr Gesicht und sie sagte mit einem leicht triumphierenden Ton in der Stimme: "Und wie viele Bahnen sind das??!"

Eine Augenbraue hochgezogen: "Ich habe die letzten sechs Wochen in Bädern mit 91, 50, 25, 20 Meter-Bahnen geschwommen, ebenso in Alpseen. Welche soll ich ihnen ausrechnen?"

"Ähm. Ja. Ok, danke!"


Muss ich erwähnen, dass wir uns am Ende der Stunde nicht wirklich gemocht haben?

Kleine Banalität am Rande. Auch wenn es mir schwer fällt umzuschwenken. Ehrlich.

Samstag, 5. September 2009

Wenn es nicht so traurig wäre ...

Es dem Kind zu erzähle, ging eigentlich ganz gut. Wir gingen in die benachbarte Kirche, ich sagte es ihr, wir stellten Kerzen auf und unterhielten uns leise über Uropa.

"Wenn wir also nach Deutschland fliegen, dann ist Uropa nicht mehr da?!"

"Nein", war meine Antwort.

"Das ist ja schlimm. Das ist ja richtig schlimm!" und wechselte das Thema, auch wenn es immer wieder aufbrach am Abend.



Gestern musste wir nach der Schule noch in die Stadt, Sachen einkaufen. Auf dem Rückweg im Bus wurde sie ernst.


"Ich kann gar nicht mehr aufhören daran zu denken. Das ist so schlimm, Mama!"

"Na ja, Schatz, Uropa wurde ja schon sehr sehr alt. Und jetzt war er einfach zu kaputt und wollte sterben."

"Hm ...... Na, da hätte er sich aber noch ein bisschen länger zusammenreissen könne!" antwortete sie empört.



... wenn nur es so einfach wäre.

Freitag, 4. September 2009

Still



Es gab gewisse Themen, über die sprach er nicht. Den Krieg zum Beispiel. Oder über seine Kindheit weiss ich viel zu wenig. Das wenige, dass ich weiß, war nicht besonders ermunternd. Es hat gereicht um ihn in den Krieg zu treiben. Das habe ich erzählt bekommen.

Einiges habe ich dennoch erfahren. Kurze Ausschnitte aus seinem Leben, Gefühle. Kleine Geheimnisse, die sonst keiner weiss. Erzählt mit einem verschmitzten Lächeln oder einer Träne im Auge.

Begleiten durfte ich, ihn als die schwere Krankheit begann.
Helfen, als er alleine nicht mehr konnte.
Erfreuen durch Kleinigkeiten.


Jetzt sind alle Möglichkeiten vorbei ihn zu fragen.
Ihm seine weiche Hand zu streicheln.

Er ist still.

Machs gut, Opa.




Donnerstag, 3. September 2009

Schulanfang.

Heute fängt die Schule wieder an. Dieses Jahr stand - neben den üblichen Sachen wie Schulkleidung und ein entsetzlich hässlicher Trainingsanzug - auch Mäppchen, gefüllt mit Farben und ein Malkittel auf dem Zettel.

Und ich kann doch UN-MÖGLICH da was kaufen. Nein, nein.


Stiftrolle






Man nehme alte Stöffchen und neue Bänder, sowie (auf dem Bild nicht zu sehen) ein Haargummi und ein Knopf. Man nehme auf gar keinen Fall eine Anleitung. Das versaut doch die ganze Hysterie am Ende, ob es wirklich klappt.





Malkittel






Man nehme einen alten textilen Duschvorhang und Bündchenstoff.
In die Seiten ist ebenfalls der Bündchenstoff eingenäht, damit es mindestens eine bis zwei Kleidergrössen länger passt. Daher auch die Bündchen, die derzeit noch einen Tick zu lang sind, aber noch mal umgeschlagen werden können, ohne dass die Bewegung beeinträchtigt ist. Verschlossen wird es mit Klettverschluss, damit das Kind es auch alleine machen kann.
Wichtig war mir, dass das ganze Schulkleid bedeckt ist, denn ich habe kein Händchen für Fleckenentfernung!
Auch hier habe ich mich beständig gegen ein Schnittmuster entschieden, weil ... jaja, die Hysterie obs klappt. ;)