Freitag, 12. September 2008

Am Pranger

Als ich sie das erste Mal sah, dachte ich:
"Man, wie abgerissen sieht sie aus, eine richtige Stadtstreicherin."

Sie stand vor dem Tante Emma Laden neben Tochters Kindergarten, bettelte, grummelte und führte Selbstgespräche.
Ich sah sie häufiger in der folgenden Zeit. Manchmal wurde sie aggressiv.
Unwohl fühlte ich mich dabei durchaus. Wenn ich sie neben dem Bankautomaten stehen sah, beispielsweise.

Eines Morgens lief ich an dem Laden vorbei und stockte. Zettel hing an dem Fenster. Ein Bild der Frau und kurz gesagt: des Platzes verwiesen. Verbot sich innerhalb einer Meile um den Laden und besonders um Bankautomaten aufzuhalten (Beispiel)

Eine ASBO, eine Anti Social Behavior Order also, wegen Betteln und Bedrängen.

Wer nachts laut rumgröhlt muss damit rechnen eine ASBO zu erhalten, genau so wie wenn man unerlaubt Zettel verteilt, wer randaliert ebenso. Die ASBOS werden unbürokratisch und schnell verteilt. Teilweise sind sie aber schon sehr abstrus. So wurde einem 15 jährigen Jungen verboten auf der Straße Fussball zu spielen.

ASBOs sind teilweise unbegrenzt und nun ja ... sie biegen die Gesetze. Verstösst man gegen die Vorgaben des ABSOs kann man für Dinge ins Gefängnis kommen, für die man eigentlich nicht verurteilt werden kann.

Inzwischen habe ich viele dieser ASBOs gesehen, aber dieses öffentliche an-den-Pranger-stellen lässt mir immer noch einen Schauer den Rücken runterlaufen.

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